Allen Krisen zum Trotz: Die Weltwirtschaft wird bis ins Jahr 2020 weiter wachsen. Doch die Wirtschaftsregionen profitieren künftig in unterschiedlicher Weise davon, wie die Deutsche Post DHL, Bonn, in ihrer Delphi-Studie "Delivering Tomorrow" festgestellt hat.
Asien habe beispielsweise schon einmal 60 % der Weltwirtschaftsleistung erbracht und werde in Zukunft wieder diese Größenordnung erreichen können, wie Frank Appel, am 21. Januar auf dem ersten "Delphi Dialog 2020" im Internationalen Postzentrum am Frankfurter Flughafen prognostizierte. Nicht nur bei der Auftaktveranstaltung zu dieser Dialogserie der Deutschen Post stand deshalb die künftige Entwicklung der weltweiten Handelsströme im Vordergrund, auch im Konzern selbst rüstet sich die Post bereits für das erwartete Wachstum in den aufstrebenden Wirtschaftsregionen.
"57 % der Weltbevölkerung lebt aktuell in Asien und schon bis zum Jahr 2015 werden 350 Mio. Menschen in asiatischen Schwellenländern einer globalen Mittelschicht angehören", zeigte Hermann Ude, für den Bereich DHL Global Forwarding Freight (DGF) verantwortliches Vorstandsmitglied der Deutschen Post, bereits im November in Hamburg die Wachstumschancen in der Region auf. Denn die kaufkräftige Mittelschicht (über 4000 $ Jahreseinkommen) in Asien wachse jährlich um etwa 10 %. Laut Ude beschäftigt DGF heute bereits 54 % seiner Mitarbeiter (2008: rund 41 600) alleine in Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Sein derzeitiger Aktionsplan für Infrastruktur und Mitarbeiter sieht u. a. den Aufbau von nationalen Landverkehrsnetzwerken in China und im Mittleren Osten vor. Denn der innerasiatische Warenaustausch mache heute alleine 25 % des Welthandels aus, die Wirtschaftsregion Mittlerer Osten/Afrika - Asien habe einen Welthandelsanteil von 18 %, während zwischen Europa und Asien nur 6 % des Welthandels stattfinde.
Die schnellst wachsenden Frachtrouten sind laut Ude derzeit China - Westafrika sowie China - Brasilien. Deshalb plant der DGF-Manager neben der Stärkung wichtiger Gateways für See- und Luftfracht wie Hongkong, Shenzen, Singapur und Mumbai auch die Erweiterung des Luftfrachtnetzwerks Richtung Mittlerer Osten/Afrika.
In Singapur hat DHL z. B. jüngst sein neuestes Oil & Energy Center of Excellence (COE) eröffnet. Im COE, es ist das größte von mittlerweile acht regionalen Expertenzentren dieser Art in Asien, USA, Europa, im Mittleren Osten und in Afrika, entwickeln 200 Industrieexperten Logistiklösungen für die Öl- und Energiewirtschaft. Denn diese wendet laut DHL weltweit rund 260 Mrd. € allein für Logistikaktivitäten auf.






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