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Al-Qaida im Irak

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Al Qaeda blamed for Iraq violence wave

Drei tote Al-Qaida-Chefs innerhalb von zwei Tagen: Iraks Premier triumphiert. Doch die Grausamkeit der Terroristen richtet sich nun gegen einzelne Familien.

Triumphierend präsentierte Iraks Noch-Ministerpräsident Nouri al-Maliki am Montag die Fotos von zwei Leichen – Abu Ayyub al-Masri und Abu Omar al-Bagdadi, die höchsten Kommandeure von al-Qaida im Irak.

24 Stunden später meldeten die irakischen und amerikanischen Sicherheitskräfte bereits ihren nächsten Erfolg. In Mosul erschossen sie Ahmed al-Obeidi, der als Terrorchef für die drei nördlichen Provinzen Ninive, Kirkuk und Saladin galt. Seitdem überbieten sich die Führungen in Bagdad und Washington mit rhetorischem Zukunftsoptimismus.

US-Vizepräsident Jo Biden und der US-Oberbefehlshaber im Irak, General Ray T. Odierno, sprachen von dem "wohl verheerensten Schlag gegen al-Qaida seit Beginn des Aufstands". Maliki wiederum brüstete sich, man habe al-Qaida jetzt "das Rückgrat gebrochen". Denn beiden Seiten kommt der spektakuläre Fahndungserfolg politisch gerade recht.

Die Vereinigten Staaten wollen unter allen Umständen bis August 2010 ihre Kampftruppen aus dem Irak abziehen und nutzen die Kommandoaktion als Beleg, dass es mit der Sicherheit im Land aufwärts geht. Premier Maliki wiederum hofft im Blick auf die kommenden Koalitionsverhandlungen, seinen Ruf als Repräsentant von Recht und Ordnung aufpolieren zu können.

So laut der politische Jubel auch erschallt, al-Qaida in Mesopotamien ist noch lange nicht besiegt, wie die Erfahrung des Jahres 2006 belegt. Damals erschossen amerikanische Soldaten den ersten Al-Qaida-Chef des Iraks, den berüchtigten Abu Musab al-Zarqawi, ohne dadurch die Schlagkraft des Terrornetzwerkes brechen zu können – im Gegenteil. Nachfolger Abu Ayyub al Masri bombte mit seinen Attacken gegen schiitische Moscheen und Marktplätze das Land 2006 und 2007 an den Rand eines Bürgerkrieges. 2008 und 2009 nahm der aus Ägypten stammende Terrorplaner dann vermehrt staatliche Institution und öffentliche Einrichtungen ins Visier. Seither legten seine Selbstmordattentäter ein halbes Dutzend Ministerien in Schutt und Asche und zerstörten mit ihren Simultanattacken Ausländerhotels, Polizeigebäude und Botschaften.

Die Zahl der Terroristen im Land ist schwer abzuschätzen, weil sie dezentral und in kleinen Zellen organisiert sind, die in der Regel nichts voneinander wissen. In der Bevölkerung allerdings haben Osama bin Ladens Kämpfer stark an Sympathie verloren. In bewohnten Gebieten fühlen sie sich offenbar nicht mehr sicher, wie der am Sonntag gestürmte Unterschlupf der beiden Top-Kommandeure tief in der irakischen Wüste belegt.

Wie gefährlich al-Qaida in Zukunft sein wird, kann heute niemand sagen – zumal die Terrororganisation offenbar dabei ist, ihre blutige Strategie erneut zu ändern. Denn inzwischen häufen sich die Vorfälle, wo Killer exemplarisch einzelne Familien angreifen und grausam hinrichten. So fand am Dienstag früh in der Ortschaft Tarmiyah nördlich von Bagdad ein Mitglied der sunnitischen Erweckungsräte, die al-Qaida bekämpfen, seine Familie ermordet im Haus auf, als er von der Nachtschicht am Checkpoint zurückkam. Ehefrau und Tochter hatten die Mörder mit einem Kopfschuss getötet, den drei Söhnen im Alter von 8 bis 12 Jahren die Kehlen aufgeschnitten.


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