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Sieg beim Eurovision-Song-Contest

lena-Eurovision-Songcontest

"Das kann nicht echt sein. Ihr seid verrückt". So kommentierte die deutlich aus der Fassung gebrachte Lena Meyer-Landrut ihren Sieg beim Eurovision-Song-Contest in Oslo kurz nach der Bekanntgabe.Die 18-Jährige setzte sich in der Nacht zu heute gegen ihre Mitkonkurrenten aus 24 Ländern durch und holte den Titel für Deutschland mit ihrem Song "Satellite". Es ist der erste Sieg für die Bundesrepublik seit 1982, als Nicole mit "Ein bisschen Frieden" die Herzen der Zuschauer in ganz Europa gewann.

Lena siegte mit einem deutlichen Vorsprung, der sich bereits früh in der Abstimmung abzeichnete. Den zweiten Platz holte die türkische Band "maNga" mit dem Titel "We could be the same". An dritter Stelle folgen Paula Seling & Ovi mit "Playing with Fire aus Rumänien.

Lena Meyer-Landrut legte einen kometenhaften Aufstieg hin: Zunächst spielte sie in einer Schülerband. Im Februar gewann die Hannoveranerin die Castingshow "Unser Star für Oslo", bei der TV-Moderator Stefan Raab gezielt nach dem diesjährigen deutschen Teilnehmer für den Eurovision-Song-Contest gesucht hatte. Seitdem verkaufte sich Lenas Single "Satellite" etwa 500.000 Mal. Ihr Album schoss an die Spitze der deutschen Charts. Beim Eurovision-Song-Contest galt von Beginn an als eine der Favoriten.

Lenas Sieg beim Eurovision Song Contest hat einen Vater: Stefan Raab, einen echten Hardcore-Fan des Grand Prix.
Wer erinnert sich nicht an den spektakulären Grand Prix-Auftritt von Guildo Horn: Mit "Guildo hat euch lieb" erreichte der schräge Schlagerbarde 1998 einen respektablen siebten Platz unter 25 Teilnehmern. Produzent des Songs war ein gewisser "Alf Igel" - tatsächlich niemand anders als Stefan Raab, den seit gefühlten ewigen Zeiten eine tiefe Leidenschaft für den Grand Prix umtreibt.

Gekrönt wird seine Leidenschaft mit dem Triumph von Oslo: Lena Meyer-Landrut - Stefan Raabs Entdeckung - schaffte den Sieg für Deutschland. Mit 240 Stimmen vor der zweitplatzierten Türkei holte sie den Grand Prix nach Deutschland. In der nächtlichen Pressekonferenz ließ Raab die Champagnerkorken knallen. Aber so richtig verstanden hat er noch immer nicht, was in dieser Nacht geschah.

Was den gelernten Metzger, Showmaster, Entertainer und Musikproduzenten Stefan Raab seit Jahr und Tag zum Grand Prix treibt, wird wohl auf ewig geheimnisvoll bleiben. Nach Nicoles "Ein bißchen Frieden" von 1982 kam ja für Deutschland so gut wie gar nichts mehr. Und der damalige Mr. Grand Prix, Ralf Siegel, produzierte Jahr für Jahr einen Reinfall nach dem anderen.

Kurzum: Der Wettbewerb war total verstaubt und absolut unsexy geworden. Doch dann kam Raab, und mit ihm die gute Laune zum Grand Prix zurück, zumindest aus deutscher Sicht. Im Mai 2000 stand er selbst auf der Bühne - mit "Wadde hadde dudde da?" wurde er fünfter. Das europäische Ausland begann langsam aber sicher Spaß an den schrillen Typen aus Deutschland zu haben, die in buntem Outfit "Gute-Laune-Musik" durch den Äther schickten.

Ende 2003 war Raab wieder da. Mit seiner Show "Stefan such den Super-Grand-Prix-Star" erfand er ein neues Eurovision-Song-Contest-Format und mit Max Mutzke den Gewinner des deutschen Vorentscheids. Auch er schaffte einen beeindruckenden achten Platz, während Raab für seine Vorauswahlshow 2005 den Grimme-Preis erhielt.

Und nun der Sieg von Lena Meyer-Landrut im diesjährigen Song-Contest. Schon früh war klar, dass Lena die Chance auf einen guten Platz haben würde. Grund hierfür ist wohl, dass sie mit einer derart gnadenlosen Natürlichkeit daher kommt, dass alle gleichermaßen erschrocken und begeistert sind. Viele finden sie einfach deshalb interessant, weil man ein solches Übermaß an Authentizität im Showgeschäft bislang kaum kannte. Das begeistert – und das hat neben Lena auch Stefan Raab richtig gut gemanagt.

Lena hat gewonnen, ihr Team hat gewonnen und vor allem hat auch Stefan Raab gewonnen. Seine Castingshow ist nun nicht mehr nur die bessere Variante zum Prollprogramm von DSDS - sie hat tatsächlich produziert, was Dieter Bohlen immer versrpach: Einen Superstar, Lena Meyer-Landrut nämlich. Fakt ist: Sie beide haben Ungeheures geleistet.

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