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Tuesday, May 22nd

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Ölpest kostet BP sechs Milliarden Dollar

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 Der BP-Konzern ist in der Endphase des Kampfs gegen die Ölpest. Doch die Aufarbeitung hat erst begonnen: Sechs Milliarden Euro musste BP bereits zahlen, und das ist erst der Anfang. Forscher wollen jetzt auch Anzeichen dafür erkannt haben, dass das Öl in der Nahrungskette gelandet ist.

Endspurt für BP: Der Ölkonzern hat mit der letzten Phase der Ölquellen-Reparatur im Golf von Mexiko begonnen. Die seit mehr als drei Monaten laufende Entlastungsbohrung werde voraussichtlich am kommenden Sonntag ihr Ziel erreichen, teilte das britische Unternehmen am Montag mit. Damit soll das bereits mit Zement versiegelte Bohrloch zusätzlich von unten abgedichtet werden. Das Leck, aus dem seit Ende April insgesamt rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer geströmt waren, wäre dann endgültig dicht.

BP war es am vergangenen Freitag gelungen, mehr als 15 Wochen nach der Explosion der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" das Bohrloch von oben mit Zement zu verschließen. Es ist der größte Ölunfall der Geschichte.

 

Die Entlastungsbohrung hat laut BP mittlerweile eine Tiefe von 5458 Metern erreicht und ist nur noch wenige Meter von dem Steigrohr im Meeresboden entfernt. Durch den Kanal will BP ebenfalls Zement in den äußeren Ring um das 18 Zentimeter dicke Rohr herum pumpen. Damit soll verhindert werden, dass Öl aus möglichen kleinen Lecks in der Nähe des Öl-Reservoirs an der Leitung vorbei nach oben drängen kann.

Messungen am Wochenende hätten ergeben, dass der am vergangenen Donnerstag gegossene Zementdeckel auf der Quelle hart geworden sei und dichthalte. Es strömten keinerlei Öl und Gas mehr aus.

Rekordverlust für BP

Derweil steigen für BP die Kosten für die Beseitigung der Ölpest unerbittlich. Das Unternehmen bezifferte den bisherigen Aufwand auf 6,1 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro). Darin enthalten seien die Ausgaben für die Arbeiten am Bohrloch, die Beseitigung der Umweltschäden und 319 Millionen Dollar Entschädigungszahlungen an 103.900 Kläger.

Außerdem drohen massive Schadenersatzforderungen. BP muss auf Drängen von US-Präsident Barack Obama in den kommenden dreieinhalb Jahren auch 20 Milliarden Dollar in einen Entschädigungsfonds einzahlen. In seiner Bilanz hat der Konzern bereits Rückstellungen von 32,2 Milliarden Dollar gebildet. Diese Summe kann aber noch steigen, wie das Unternehmen Ende Juli deutlich machte. Allein im zweiten Quartal wies das Unternehmen einen Verlust von 16,9 Milliarden Dollar aus, den höchsten in der britischen Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern will sich in den nächsten anderthalb Jahren von Vermögen im Wert von rund 30 Milliarden Dollar trennen, um die Kosten schultern zu können.

In der US-Südküste nimmt die Sorge zu, dass BP und die Regierung den Kampf gegen die Ölpest nach der Versiegelung der Quelle schlagartig abbrechen. Der von Obama ernannte Einsatzleiter, Admiral Thad Allen, widersprach solchen Behauptungen in Fernsehinterviews am Sonntag. Die Bemühungen der Regierung würden nicht nachlassen: "Es ist eine Katastrophe für die Menschen am Golf, und sie erfordert unsere Aufmerksamkeit bis der Job erledigt ist."

Auch Obama selbst stellte klar, dass die Arbeiten zur Säuberung der Küsten weitergingen: "Ich habe den Bewohnern der Golfküste versprochen, an ihrer Seite zu stehen und zwar nicht nur, bis das Bohrloch geschlossen ist sondern bis sie sich von den Schäden erholt haben."

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