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Alle drei Minuten wird in Deutschland ein Patient mit der Diagnose Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert. Dennoch werden Symptome und Risikofaktoren oft nicht wahrgenomen. Auch jüngere Menschen sind betroffen. Höchste Alarmstufe bei Sprachstörung oder Lähmung.

Rund 200 000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr eine Schlaganfall. Mittlerweile ist er die zweithäufigste Todesursache nach den klassischen Herzkrankheiten und hat damit die Krebserkrankungen abgelöst. Betroffen sind nicht nur ältere Menschen, die meisten Patienten sind älter als 55 Jahre, aber auch viele jüngere Menschen kommen mit einem Schlaganfall in die Klinik.

Immer mehr Patienten unter 35 Jahren werden in die Kliniken eingeliefert, einige Betroffene sind sogar erst Mitte 20. Immer mehr junge Menschen mit Schlaganfall könnten aber für die Zukunft zu erwarten sein, weil immer mehr junge Menschen übergewichtig seien und sich zu wenig bewegten.

Dennoch wird ein Schlaganfall eher mit der älteren Generation in Verbindung gebracht. Das will die Deutsche Schlaganfallhilfe ändern und mit dem Tag des Schlaganfalls am 10. Mai den Blick für dieses lebensbedrohliche Ereignis schärfen.

Denn: Alle drei Minuten ereignet sich in Deutschland ein Schlaganfall. Rund zwei Drittel der Patienten, die ihn überleben, behalten körperliche Einschränkungen zurück und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Damit es nicht so weit kommt, muss schnell gehandelt werden. Die Betroffenen müssen ihre Symptome richtig deuten und erkennen, dass es ein Schlaganfall sein könnte. Jede plötzlich aufgetretene Lähmung oder Sprachstörung ist ein Grund, sofort die 112 zu wählen. Aber auch der Rettungsdienst muss die Situation richtig beurteilen und den Patienten in ein Krankenhaus mit einer sogenannten Stroke Unit fahren.

Es bleiben nach dem Ereignis höchstens viereinhalb Stunden Zeit, um das verstopfende Gerinnsel aufzulösen. Blutverdünnende Medikamente und Blutdrucksenker können dann bleibende Behinderungen verhindern.

Doch noch immer ignorieren viele Patienten Symptome wie Kribbeln oder Lähmungen - in der Hoffnung, die Beschwerden würden von selbst verschwinden. Und oft ist das zunächst tatsächlich so: Als Vorboten kommen häufig Durchblutungsstörungen vor, die innerhalb von einer Stunde aber wieder zurückgehen. In solchen Fällen haben die Betroffenen Glück, weil sich das Blutgerinnsel von selbst auflöst. Dennoch müssen plötzlich aufgetretende Symptome wie eine leichte Lähmung oder Seh- und Sprachstörungen ernst genommen werden. Denn ein Fünftel der Patienten bekommen hinterher einen schweren Schlaganfall.

Und der kann jeden treffen - das Alter spielt dabei keine Rolle. Vielmehr sind es bestimmte Risikofaktoren, die dieses Ereignis regelrecht provozieren können.

Ein hoher Blutdruck ist der größte Risikofaktor überhaupt.

Da hohe Werte nicht bei jedem Betroffenen erkannt und behandelt werden, schlummert die Gefahr stets im Körper. Mit dem Welt-Hypertonie-Tag am 17. Mai will die Deutsche Hochdruckliga deshalb über Bluthochdruck aufklären. Aber auch Gefäß-Verkalkung - speziell durch Nikotin-Diabetes und erhöhte Blutfettwerte gehören zu den Risikofaktoren. Bei jungen Menschen führen häufiger unerkannte Herzfehler und ein Arterien-Riss, ein sogenanntes Aneurysma, zu einem Schlaganfall. Bestehen zwei Risikofaktoren, hat der Patient bereits ein vierfaches Risiko für einen Schlaganfall.

Rund 200 Krankenhäuser in Deutschland haben eine Stroke Unit - eine spezielle Schlaganfallstation, auf der die Ärzte auf die Diagnose und Therapie von Schlaganfällen spezialisiert sind. Da die Bezeichnung Stroke Unit oder Schlaganfallstation nicht gesetzlich geschützt ist, vergeben die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Deutsche Schlaganfallhilfe Zertifikate. Nur die Krankenhäuser, die ein solches Zertifikat vorweisen können, arbeiten auch nach den vorgegebenen Qualitätsrichtlinien.

So muss etwa rund um die Uhr ein Neurologe vor Ort sein. Auch Fachärzte aus der Radiologie, Gefäß- und Neurochirurgie sind einer Stroke Unit angegliedert. Zudem muss die Station mit kontinuierlichen Überwachungssystemen ausgestattet sein, die unter anderem Herzrhythmus, Blutdruck und Temperatur messen. Und nicht zuletzt muss natürlich auch das Personal speziell geschult sein.

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