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Pflegepersonal unter Harz IV-Empfängern gesucht

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Die Pflegebranche sucht Tausende von Pflegehilfskräften. Sie vermisst jedoch sowohl die Motivation der Langzeitarbeitslosen, sich zu bewerben, als auch die Unterstützung der Arbeitsagenturen. Es gibt unter den Millionen von Langzeitarbeitslosen etwa 300.000, die sofort in verschiedenen Pflegeheimen anfangen könnten sagen Kenner der Szene.

Die Pflegebranche sucht Tausende von Pflegehilfskräften. Sie vermisst jedoch sowohl die Motivation der Langzeitarbeitslosen, sich zu bewerben, als auch die Unterstützung der Arbeitsagenturen. Es gibt unter den Millionen von Langzeitarbeitslosen etwa 300.000, die sofort in verschiedenen Pflegeheimen anfangen könnten sagen Kenner der Szene. Und weiter: „Auf der anderen Seite sitzen mehr als 700.000 Leute in den Pflegeheimen, die nur darauf warten, dass jemand ihnen vorliest, einen Apfel schält, sie spazieren führt und sie so aus der Einsamkeit holt. Die Bundesagentur muss ihre Arbeitsämter endlich anweisen, geeignete Langzeitarbeitslose aus ihren Karteien herauszusuchen.“

Die bisherigen Bemühungen der Bundesregierung, Hartz-IV-Empfänger in die Pflege zu holen, haben nicht gefruchtet. Als sogenannte Betreuungsassistenten, die es seit fast zwei Jahren gibt, haben sich immer nur normale Arbeitslose beworben, wird berichtet. Die ehemaligen Bundesminister für Gesundheit und Arbeit, Ulla Schmidt und Olaf Scholz (SPD), hatten im Zuge der Pflegereform 2008 in Aussicht gestellt, dass rund 100.000 Hartz-IV-Empfänger als Pflegehelfer wieder einen Schritt auf den Arbeitsmarkt machen könnten. Diese Zahl hat sich offenbar als zu optimistisch erwiesen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind seit Mitte 2008 nur rund 15.000 „Betreuungsassistenten“ eingestellt worden - vermutlich kamen nur wenige direkt aus dem Hartz-IV-Bezug.

Die Pflegebranche, die ein Marktvolumen von 27 Milliarden Euro für die stationäre und ambulante Pflege umfasst, klagt seit Jahren über Personalmangel. Derzeit wird der zusätzliche Bedarf an qualifizierten Pflegern auf 50 000 geschätzt, zudem werden Tausende Pflegehilfskräfte gebraucht. Es wird damit gerechnet, dass der Mangel sich weiter verstärkt, wenn die Zahl von derzeit 2,2 Millionen Pflegebedürftigen weiter wächst - vermutlich schon bis 2030 auf 3,4 Millionen.

Der jüngste Anlauf der SPD-Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), Langzeitarbeitslose stärker zur gemeinnützigen Arbeit in Heimen heranzuziehen, stieß auf Widerspruch quer durch alle Parteien, die die Qualität der Pflege gefährdet sehen. Hier wird entgegengehalten,daß  mehr Helfer insgesamt die Qualität der Pflege erhöhen. Außerdem hätten viele Pflegebetriebe, unabhängig von der Trägerschaft, Weiterbildungseinrichtungen für ihr Personal.

Der Präsident des katholischen Caritas-Verbandes, Peter Neher, warnt derweil vor zu großen Erwartungen an den Einsatz von Hartz-IV-Empfängern. „Eine zentrale Voraussetzung für den Einsatz von Langzeitarbeitslosen in der Pflege ist, dass sie sich freiwillig dafür entscheiden können und entsprechend dafür qualifiziert werden“, sagte er dieser Zeitung. „Wenn sich jemand diese Tätigkeit nicht zutraut oder nicht so eingesetzt werden möchte, darf dies nicht zu Sanktionen führen. Die Tätigkeit der Betreuungskräfte muss klar von der der Pflegekräfte abgegrenzt und zusätzlich sein.“

Die Freiwilligkeit ist eine zwingende Voraussetzung für den Einsatz von Hartz-Empfängern. Dennoch gibt es auch eine staatsbürgerliche Verpflichtung der Langzeitarbeitslosen, dem Staat, der sie finanziert, auf diese Weise etwas zurückzugeben. Deshalb ist die Einstellung Langzeitarbeitsloser für alle Beteiligten ein gutes Geschäft.

 

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